Warum Industriekletterer bald Seltenheit werden könnten
Wer schon einmal durch größere Städte wie Hamburg oder London spaziert ist, wird sicher auch schon mal beobachtet haben, wie Industriekletterer sich Meter für Meter an Glasfassaden abseilen, um diese zu reinigen. Eine Arbeit in schwindelerregender Höhe. Ist das heutzutage überhaupt noch notwendig? Oder kann man die dieselbe Fläche in einem Bruchteil der Zeit und für einen Teil der Kosten reinigen?
Die skizzierte Szene beschreibt ziemlich gut, wo wir gerade stehen: Zwischen bewährten Methoden und technologischen Umbrüchen, die längst keine Fantasie mehr sind.
Das Problem mit traditionellen Methoden
Jeder, der schon mal eine Gebäudereinigung organisiert hat, kennt die Herausforderungen: Gerüste kosten ein Vermögen und blockieren Eingänge. Hebebühnen brauchen Stellfläche, die in Innenstädten kaum vorhanden ist. Und bei Industriekletterern, wenn diese überhaupt gerade verfügbar und bezahlbar, bleibt immer ein mulmiges Gefühl – trotz aller Sicherheitsvorkehrungen.
Die Zahlen sprechen für sich: Laut Berufsgenossenschaft ereignen sich jährlich hunderte Arbeitsunfälle bei Höhenarbeiten. Ein Risiko, das vermeidbar wäre.

Was Reinigungsdrohnen tatsächlich leisten
Die Technik hat sich in den letzten drei Jahren massiv weiterentwickelt. Moderne Reinigungsdrohnen sind keine ferngesteuerten Spielzeuge mehr, sondern präzise Arbeitsgeräte:
Sensoren erfassen Verschmutzungsgrade und passen Wasserdruck sowie Reinigungsmitteldosierung automatisch an. Bei einem Pilotprojekt in München wurden Solarmodule auf einem Industriedach gereinigt – ohne dass ein Mensch aufs Dach musste. Die Drohne erkannte selbstständig hartnäckige Verschmutzungen und behandelte diese Bereiche intensiver.
GPS-gestützte Flugrouten garantieren lückenlose Abdeckung. Was sich technisch anhört, bedeutet praktisch: Die Drohne vergisst keine Ecke und arbeitet systematischer als jeder Mensch es könnte. Ein Reinigungsunternehmen aus Hamburg berichtete uns, dass sie bei einer Glasfassade 60 Prozent schneller waren als mit konventionellen Methoden.
Wassertanks und Hochdrucksysteme sind inzwischen so kompakt, dass längere Einsätze ohne Unterbrechung möglich sind. Der Wasserverbrauch liegt dabei deutlich unter dem herkömmlicher Verfahren – bis zu 40 Prozent Einsparung sind realistisch.

Wo Drohnen ihre Stärken ausspielen
Nicht jede Reinigungsaufgabe eignet sich gleichermaßen. Besonders interessant wird es bei:
Glasfassaden ab 15 Metern Höhe – dort, wo Gerüstbau unverhältnismäßig teuer wird. Ein Bürokomplex in Düsseldorf spart seit dem Umstieg auf Drohnenreinigung etwa 35.000 Euro pro Quartal.
Solarparks und Photovoltaikanlagen: Hier zählt jede Minute Stillstand. Drohnen reinigen ohne Abschaltung, ohne dass jemand zwischen den Modulen herumlaufen muss. Ein Solarparkbetreiber in Brandenburg stellte nach der Reinigung einen Effizienzgewinn von 12 Prozent fest.
Industrieanlagen mit Gefahrstoffbereichen: Gerade hier wird der Sicherheitsaspekt existenziell. Chemiewerke und Raffinerien setzen zunehmend auf drohnenbasierte Inspektion und Reinigung, weil schlicht niemand in kontaminierte Zonen geschickt werden muss.
Historische Gebäude: Sensible Oberflächen erfordern behutsame Reinigung. Der berührungslose Ansatz moderner Drohnen schont Denkmalsubstanz besser als mechanische Verfahren.
Die Kostenfrage: Was bleibt unterm Strich?
Dass Drohnen günstiger sind, klingt erst mal logisch. Aber stimmt das wirklich?
Nehmen wir ein mittelgroßes Bürogebäude mit 8.000 Quadratmetern Glasfassade.
Traditionelle Reinigung mit Hebebühnen kostet etwa 15.000 bis 20.000 Euro pro Durchgang. Mit Drohnen liegt man bei 8.000 bis 12.000 Euro – bei gleicher oder sogar besserer Qualität.
Hinzu kommt: Kürzere Einsatzzeiten bedeuten weniger Behinderung des Geschäftsbetriebs.
Ein Hotel in Berlin konnte durch Nacht-Reinigung mit Drohnen den Tagesbetrieb komplett störungsfrei halten. Der kaufmännische Leiter sprach von „unbezahlbarem Mehrwert für die Gästezufriedenheit“.
Rechtliche Hürden – der oft ignorierte Elefant im Raum
So begeisternd die Technologie ist, so ernüchternd kann die regulatorische Realität sein.
Ein gewerblicher Drohnenbetrieb erfordert:
Betriebsgenehmigungen nach EU-Drohnenverordnung, die alles andere als Formsache sind. Die Bearbeitungszeit dauert teilweise Monate, erfordert detaillierte Risikoanalysen und Versicherungsnachweise.
Die DFC unterstützt hier mit einem Gesamtkonzept und der Beantragung über das neue Fast Flight beim LBA.
Qualifizierte Piloten mit entsprechenden Lizenzen. Ein A2-Fernpilot-Zeugnis ist absolute Mindestvoraussetzung, bei komplexeren Einsätzen und einem Einsatz unter einer Betriebsgenehmigung wird die Ausbildung in STS nötig.
Luftraumfreigaben – besonders in Städten oder in der Nähe von Flughäfen wird es kompliziert. Spontane Einsätze ohne Genehmigung? Oft unmöglich.
Viele Unternehmen scheitern nicht an der Technik, sondern an diesen Themen drumherum.
Wir haben erlebt, dass motivierte Facility Manager nach drei gescheiterten Genehmigungsversuchen frustriert aufgeben.

Wie der Einstieg trotzdem gelingt
Bei Drone Flight Company begleiten wir den gesamten Prozess – von der ersten Idee bis zum regulären Flugbetrieb:
Machbarkeitsanalyse vor Ort: Nicht jedes Gebäude eignet sich. Luftraumsituation, bauliche Gegebenheiten und tatsächlicher Reinigungsbedarf müssen passen. Wir prüfen das, bevor unnötig investiert wird.
Genehmigungsmanagement: Wir übernehmen den kompletten Dialog mit Luftfahrtbehörden, erstellen Risikoanalysen und kümmern uns um alle erforderlichen Unterlagen. Das spart Ihnen Monate Einarbeitungszeit.
Systemauswahl: Der Markt ist unübersichtlich. Wir kennen die Hersteller, wissen welche Systeme zuverlässig sind und welche nur gut klingen. Diese Erfahrung geben wir weiter.
Pilotenausbildung: Ihre Mitarbeiter lernen nicht nur fliegen, sondern verstehen Luftrecht, Risikomanagement und wartungstechnische Anforderungen. Praxisorientiert, ohne theoretischen Ballast.

Ein realistischer Blick nach vorn
Werden Drohnen klassische Gebäudereinigung komplett ersetzen? Vermutlich nicht. Aber sie werden in vielen Bereichen zur ersten Wahl – besonders dort, wo Sicherheit, Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit entscheidend sind.
Unternehmen, die jetzt einsteigen, verschaffen sich Vorsprung. Nicht nur technologisch, sondern auch bei der Mitarbeitergewinnung. Bereits heute unterstützen wir mehrere Unternehmen bei genau dieser Art der Anwendung. Welcher junge Mensch will heute noch Hochhausfassaden putzen, wenn es sicherere Alternativen gibt?
Die Technologie ist da. Die rechtlichen Rahmenbedingungen existieren. Was fehlt, ist oft nur der richtige Einstieg. Genau dabei helfen wir. Sprechen Sie uns an – wir finden gemeinsam heraus, ob und wie Drohnen Ihre Reinigungsprozesse verbessern können.
